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Standorte

Klinikzentrum Nord (Münsterstraße 240)
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Leistungsspektrum

Was ist ein Aneurysma?

Unter einem Aneurysma versteht man eine krankhafte Erweiterung einer Schlagader. Prinzipiell kann ein Aneurysma in allen Körperregionen auftreten, sehr häufig ist allerdings die Bauchschlagader unterhalb der Nierenarterie betroffen. Diese Bauchaortenaneurysmen bilden sich, wenn die Gefäßwand so geschwächt ist, dass der Druck des Blutstroms eine Ausbeulung verursacht, ähnlich dem Aufblasen eines Luftballons. Am häufigsten sind Männer über 65 Jahre von dieser Arterienerweiterung betroffen. Frauen haben ein niedrigeres Risiko für die Entstehung eines Bauchaortenaneurysmas - allerdings ist die Gefahr des Platzens (Ruptur) deutlich höher als bei Männern.

Warum ist ein Bauchaortenaneurysma gefährlich?

Die meisten Bauchaortenaneurysmen sind zwar asymptomatisch, d.h. der Patient hat möglicherweise jahre- oder sogar lebenslang keine Beschwerden, und werden deshalb oft im Rahmen anderer Untersuchungen als Zufallsbefund entdeckt. Nur wenige Patienten berichten über Warnsignale wie unklare Rücken- oder Bauchbeschwerden und Harnstau bei einem drohenden Platzen (Ruptur) des Bauchaortenaneurysmas. Bei bereits eingetretener Ruptur wird von den Patienten ein unerträglicher Bauchschmerz mit Ausstrahlung in den Rücken, Übelkeit und Brechreiz bemerkt. Durch die innere Blutung kommt es zu einer lebensbedrohlichen Situation. Hier kann nur noch eine Notfalloperation das innerliche Verbluten verhindern. Das Risiko einer Ruptur steigt mit zunehmendem Gefäßdurchmesser exponentiell. Das Rupturrisiko bei Bauchaortenaneurysmen steigt mit zunehmendem Durchmesser, so dass ab ca 5,0 cm die Ausschaltung des Aneurysmas erfolgen sollte. Andere Risiken bestehen z. B. in der Ablagerung von Blutgerinnseln in einer Aussackung, welche zu akuten Gefäßverschlüssen in den Beinen oder den Darmarterien führen können.

Diagnostik

Bei einer schmerzfreien Ultraschalluntersuchung der Bauchschlagader kann nahezu jedes Aneurysma erkannt und kontrolliert werden. Zeigt sich bei der Größe des Bauchaortenaneurysmas ein Operationsbefund, wird in der Regel noch eine Computertomographie zur weiteren Planung der Operation durchgeführt.

Operative Behandlung

Eine Kernkompetenz unserer Klinik ist die Ausschaltung von Aortenaneurysmen. Diese erfolgt entweder durch

  • eine konventionelle oder offene Operation, bei der wir eine Kunststoffprothese einsetzen. Dabei wird die Hauptschlagader durch Öffnen des Bauches freigelegt. Oberhalb und unterhalb des Bauchaortenaneurysmas wird die Hauptschlagader abgeklemmt und durch die Einnaht einer Prothese ersetzt. Die offene OP-Methode wird vor allem dann durchgeführt, wenn insbesondere aus technischen Gründen die Ausschaltung des Bauchaortenaneurysmas durch ein kathetergestütztes Verfahren nicht möglich ist. Mit kurzer intensivmedizinischer Beobachtung nach dem Eingriff beträgt der stationäre Aufenthalt in der Regel 7-12 Tage.
  • oder auf minimal-invasivem Weg durch eine sogenannte Stent-Prothese (Schlüsselloch-Operation), die wir als innere Schienung durch die Leistenschlagader in die Aorta einführen. Der Eingriff ist sehr schonend, da die Bauchhöhle nicht geöffnet wird. Selbst bei älteren oder Risikopatienten kann somit diese „Schlüsselloch-Operation“ in lokaler Betäubung oder in Rückenmarksnarkose durchgeführt werden. Je nach Größe des Bauchaortenaneurysmas kann nicht immer, aber in ca. 80-90 Prozent der Fälle, diese „Schlüsselloch-Methode“ durchgeführt werden. Die Patienten dürfen direkt am Operationstag wieder aufstehen und essen. Der stationäre Aufenthalt beträgt insgesamt ungefähr 5-6 Tage.

Nachsorge

Bei den kathetergestützten Operationen erfolgt eine regelmäßige ambulante Nachkontrolle zunächst alle 3 Monate. Dies wird durch eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie gemacht. Wird das Aneurysma kleiner, dann ist die Stentprothese dicht und die Kontrollabstände können vergrößert werden.

Nach einer offenen Aortenreparatur sind keine regelmäßigen und engmaschigen Kontrollen erforderlich, dennoch sollte nach ca. 5 Jahren eine Ultraschalluntersuchung stattfinden.

Winkler Bei den Venenerkrankungen handelt es sich oft um eine Bluttransportstörung in den Adern. Es wird zwischen tiefen und oberflächlichen Venen unterschieden. Die letzteren können sich im Falle einer Blutflussbehinderung, oft durch Klappenschwäche bedingt, zu Krampfadern verändern.

Die unkomplizierten Formen des Krampfaderleidens inklusive operativer Behandlung werden meistens ambulant versorgt. Im Krankenhaus erfolgt die Therapie der besonders schwierigen Venenerkrankungen inklusive ausgeprägten Beinvenenthrombosen, Krampfadern im fortgeschrittenen Stadium bis zur Geschwürbildung sowie auch selteneren Formen der Abflussstörung in den tiefen Venen.

In unserem Zentrum verfügen wir über die moderne Diagnostik und Therapie inklusive operativer Behandlung der Varikosis mit und ohne Geschwürbildung (sogenanntes „offenes Bein“) sowie seltenen Formen der Venenthrombosen, z.B. auf dem Boden einer Tumorerkrankung.

Die optimale Therapie wird je nach Ursache, Stadium- und Befundausprägung unter Berücksichtigung der Begleiterkrankungen individuell abgestimmt.

Dazu gehören außer operativen Maßnahmen auch minimal invasive Verfahren wie z.B. „Katheter“ oder ,, Stent“ Eingriffe bei Abflussstörungen in den tiefen Venen.

Welche von diesen Behandlungsoptionen für Sie am besten geeignet, werden wir mit Ihnen gerne im Rahmen unserer angiologischen Sprechstunde besprechen.

In unserem Zentrum werden sämtliche moderne Verfahren zur Schaffung und Aufrechterhaltung von Gefäßzugängen bei Notwendigkeit einer Dialyse zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich um sogenannte Dialyseshunts und Dialysekatheter.

Ein Shunt ist ein Kurzschluss zwischen einer Schlagader (Arterie) und einer Ader (Vene). Für die Schaffung derartiger Verbindungen ist eine Operation, die in allgemeiner oder in örtlicher Betäubung durchgeführt wird, erforderlich. Ein Shunt kann auch bei nicht ausreichenden oberflächlichen Venen aus einer „Kunststoffader“ angelegt werden.

Die zweite Dialyseoption ist ein sogenannter Dialysekatheter, der auch operativ angelegt werden muss. Beim Auftreten von Shunt- bzw. Katheterproblemen steht Ihnen unser Team der Gefäßspezialisten mit Möglichkeiten einer minimal invasiven bzw. interventionellen aber auch operativen Behandlung rund um die Uhr zur Verfügung. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Dialyseabteilung, wo durch die Lebensdauer der Dialysezugänge sowie Qualität der Dialyse und Patientenkomfort maximal optimiert werden können.

Neben operativen und invasiven therapeutischen Verfahren steht in unserer Klinik die konservative Therapie, also ohne operativen Eingriff erfolgende Gefäßbehandlung, zur Verfügung.

Diagnostik und Therapie der Venenthrombose

Die Abklärung der Ursache venöser Thrombosen ist für eine erfolgreiche Therapie und die Prävention erneuter Thrombosen ein unerlässlicher Bestandteil eines ganzheitlichen Thrombosemanagements. Der erste Grundsatz einer Erfolg versprechenden Therapie ist demnach die Vermeidung oder Beseitigung von auslösenden Risikofaktoren (z.B. Blutgerinnungsstörung, Bewegungsmangel, Pille). Die Therapie kann konservativ mit Kompressionsbehandlung und medikamentös erfolgen; Operationen sind nur in Einzelfällen erforderlich.

Rheologische Infusionsbehandlungen bei fortgeschrittenen arteriellen Durchblutungsstörungen der Extremitäten (Schaufensterkrankheit)

Winkler Bei fortgeschrittenen arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine sowie bei seltener auftretenden Einschränkungen der Armdurchblutung bietet sich eine rheologische Infusionsbehandlung an. Dabei wird in der Regel über eine Armvene ein Medikament gegeben, das die arteriellen Blutgefäße erweitert und die Fließgeschwindigkeit des Blutes verbessert. Zudem werden Störungen der Funktionen der Gefäßinnenwand verringert und der Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen in den durchblutungsgestörten Geweben gefördert. Die Infusionstherapie wird unter engmaschiger klinischer Kontrolle durchgeführt und kann als alleinige Behandlung, aber auch in Ergänzung zu operativen oder interventionellen Verfahren sinnvoll sein. Die Dauer der Behandlung erfolgt in der Regel über 2-3 Wochen.

Wundmanagement bei arteriellen, venösen und diabetisch bedingten Läsionen

Dauerhafte Durchblutungsstörungen, Venenerkrankungen und Diabetes mellitus führen oft zu chronischen Wunden mit langwierigen Krankheitsverläufen. Unser stadiengerechtes, individuell angepasstes Wundbehandlungskonzept beschleunigt den Abheilungsprozess und trägt zu einer schnelleren Rehabilitation bei. Dabei können wir auf speziell geschultes Personal zurückgreifen und bedienen uns eines auf modernen Therapiemethoden aufbauenden Wundmanagements. Bei klinischen und laborchemischen Zeichen einer Infektion ist in der Regel eine antibiotische Therapie mittels Infusionen notwendig. In Zusammenarbeit mit dem Sanitätshaus und dem Orthopädietechniker erfolgt die Anpassung von druckentlastenden Schuhen bzw. Orthesen.