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Radioiodtherapie bei benignen Schilddrüsenerkrankungen

Indikationen:

Immunthyreopathie vom Typ M. Basedow (Fortbestehen der Schilddrüsenüberfunktion nach 6 bis 12 Monaten der medikamentösen Therapie bzw. Rezidiv nach konservativer Therapie), Schilddrüsenüberfunktion bei Autonomien, Struma-Volumenreduktion.

Kontraindikationen:

Schwangerschaft und Stillzeit

Patientenvorbereitung:

  • Zur optimalen Therapievorbereitung sollten folgende Unterlagen zum Vorbereitungsgespräch vorliegen:
    • Liste mit regelmäßigen Medikamenten, Allergiepaß
    • Aktuelle Laborergebnisse (insbesondere Schilddrüsenwerte)
    • Aktuelles Schilddrüsenszintigramm (in Farbe), ansonsten ggf. Durchführung der Schilddrüsenszintigraphie in unserer Abteilung
    • Befunde oder Arztbriefe vergangener Krankenhausaufenthalte
    • Radioiodtest an mindestens 2 ambulanten Terminen zur Ermittlung individuellen Therapieaktivität. Der Patient muss zum ersten Termin nüchtern erscheinen. Vor der Radiojodtherapie ist die Einstellung einer optimalen stabilen Stoffwechsellage erforderlich:
      • bei Autonomie: endogene bzw. exogene TSH-Suppression (TSH ≤ 0,3 mU/l)
      • bei Strumaverkleinerung: normwertiges TSH.
      • Kurzfristige Änderungen der schilddüsenspezifischen Medikation vor der Therapie sind zu vermeiden.
    • Vermeidung eines Iod-Exzesses (z.B. iodhaltige Pharmaca, Kontrastmittel, Amiodaron, starke iodreiche Ernährung)
    • Schwangerschaftstest sowie ggf. Maßnahmen der Familienplanung, um eine Karenzzeit von zumindest 6 Monaten bis zum Eintritt einer Konzeption sicherzustellen
    • Sonographie (Ultraschall) zur Bestimmung des Zielvolumens (heiße/r Knoten, gesamte Schilddrüse).

Stationärer Verlauf:

Aufgrund der Strahlenschutzbestimmungen nur stationär möglich. Die Dauer liegt i.d.R. zwischen 2 und 5 Tagen.

Die Durchführung der Radioiodtherapie ist vergleichsweise einfach und erfolgt i.d.R. mittels einer kleinen Kapsel, die das radioaktive Iod enthält. Die Kapsel löst sich im Magen auf und das Iod wird über die Blutbahn in die Schilddrüse transportiert. Meist ist nur eine einzige Kapsel für die Therapie erforderlich.                                                

 

 

Nahrungskarenz: mindestens 4 Stunden vor und 1 Stunde nach Applikation
Tägliche Abschätzung der voraussichtlichen Dosis im Zielvolumen und der Restkörperdosis.

Ggf. Gabe von Glukokortikoiden bei endokriner Orbitopathie und M. Basedow.

Nebenwirkungen:

  • Schilddrüsenunterfunktion, insbesondere bei M. Basedow und multifokalen Autonomien, die durch die Einleitung einer Schilddrüsenhormontherapie wieder ausgeglichen wird
  • Stahlenthyreoiditis (selten)
  • Chronische Entzündung der Speicheldrüsen (sehr selten)
  • Immunthyreopathie ca. 1 %.
  • Erstmanifestation oder Progredienz der endokrinen Orbitopathie in 5% (mit Glukokortikoiden) bis 15% (ohne Glukokortikoiden). Bei Rauchern ist eine besonders strenge Indikationsstellung erforderlich.

Nachsorge:

  • Die Wirkung der Radiojodtherapie tritt mit Verzögerung ein. Eine Erfolgskontrolle (Klinik, Schilddrüsen-Labor, Sonographie, Szintigraphie) erfolgt etwa 3 – 6 Monate nach Radioiodtherapie. Bei auswärtiger Kontrolle ist eine Befundübermittlung notwendig.
  • Anpassung der medikamentösen Therapie im weiteren Verlauf sowie ggf. Einleitung einer Substitutionstherapie mit Levothyroxin und/oder Iodid.

Fallbeispiel

Radioiodtherapie bei malignen Schilddrüsenerkrankungen

Indikationen:

Regelhafte Durchführung zur Elimination verbliebenen Restschilddrüsengewebes nach Resektion eines differenzierten Schilddrüsenkarzinoms bestimmter Größe. Lokalrezidive, Lymphknoten- und Fernmetastasen.

Kontraindikationen:

Schwangerschaft.

Patientenvorbereitung:

Frühestmögliche Vorstellung in unserer Schilddrüsenambulanz nach erfolgter Operation:

  • noch keine Einnahme von Schilddrüsenhormonen
  • Vermeidung einer Jodaufnahme (kein iodhaltiges Kontrastmittel !, Jodtabletten …)
  • alle erkrankungsrelevanten Vorbefunde, der OP-Bericht und die Histologie sind bitte mitzubringen.

Stationärer Verlauf:

Die Radioiodtherapie erfolgt aus strahlenschutzrechtlichen Gründen nur stationär. Die Aufenthaltsdauer beläuft sich i.d.R. auf 2 bis 3 Tage. Die Therapieaktivität wird i.d.R. per os (Kapsel oder flüssig), verabreicht (i.v. Applikation ist auch möglich). Eine Nahrungskarenz von mindestens 4 Stunden vor und 1 Stunde nach Applikation ist notwendig. Täglich intratherapeutische Aktivitätsmessung. 3 bis 7 Tage nach Aktivitätsgabe erfolgt eine I-131-Ganzkörperszintigraphie zum endgültigen Staging. Bestimmung des Tumormarkers Thyreoglobulin. Am Entlassungstag erfolgt i.d.R. die Einleitung der notwendigen Schilddrüsenhormontherapie in Tablettenform. Diese Therapie muss durch regelmäßige Kontrollen der Blutwerte überprüft werden.

Die Durchführung der Radioiodtherapie ist vergleichs-weise einfach und erfolgt mittels einer kleinen Kapsel, die das radioaktive Iod enthält. Die Kapsel löst sich im Magen auf und das Iod wird über die Blutbahn in das Schilddrüsenrestgewebe und eventuelle Metastasen transportiert.

Nebenwirkungen:

Die Radioiodtherapie wird von den meisten Patienten problemlos vertragen. Mögliche seltene Nebenwirkungen bestehen in einer lokalen Entzündungsreaktion, welche sich vorübergehend mit Heiserkeit, Halsschmerzen, Halsrötung, Schluckbeschwerden bemerkbar machen können, jedoch meist gut symptomatisch therapiert warden können. Darüber hinaus kann es selten zu einer Schädigung der Speicheldrüsen kommen, die mit Mundtrockenheit einhergeht. Ebenfalls selten ist eine zeitlich limitierte Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), welche sich durch Magenschmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußern kann.

Nachsorge:

Gespräch.  Sonographie. Labor (fT3, fT4, TSH und Tumormarker Thyreoglobulin (Tg). Die Nachsorgefrequenz einschließlich der Indikation zur I-131-Ganzkörperszintigraphie ist risikoadaptiert.